Offizielles Portal der Samtgemeinde Asse
  

Kleine Wappenkunde unserer Gemeinden

Samtgemeinde Asse

Das Wappen der Samtgemeinde Asse setzt sich aus einem grünen Dreiberg mit einem rotbezungten schwarzen Wolfskopf auf goldenem Schild zusammen.

Bedeutung:
Der Dreiberg stellt den Gebirgswald „Asse“ dar, deren Name unsere Samtgemeinde auch führt. Der Wolfskopf ist als Erinnerung an die im Hochmittelalter hier einflussreichen Herren von der Asseburg, die einen Wolf in ihrem Wappen führten, in dem Wappen aufgenommen worden.

Gemeinde Denkte

Groß Denkte:

In Gold (Gelb) aus einem grünen Dreiberg wachsend ein roter Krummstab mit einer fünfblättrigen Blüte innerhalb der Krümme.

Bedeutung:
Das Dorf Groß Denkte ist nahezu 1000 Jahre lang von Frauen regiert worden – und das ist dem Ort gut bekommen. Seit der ludolfingischen Schenkung von 856 an das Stift Gandersheim, die 947 von Kaiser Otto dem Großen bestätigt wurde, bis zur Säkularisation 1803 waren die Äbtissinnen des Reichsstifts Ortsherrinnen.

„Unter dem Krummstab ist gut leben“ lautete ein Sprichwort der Bauern im Mittelalter. Denn geistliche Grundherrn bzw. Grundherrinnen verfuhren im Einziehen von Steuern und Abgaben, im Einfordern von Hand- und Spanndiensten milder als weltliche Herren, und so waren die Groß Denkter besser daran als die meisten anderen Dörfer im regionalen Umkreis. An diesen glücklichen Umstand erinnert der Äbtissinnenstab im Wappen.

Der heraldisch stililsierte Dreiberg steht stellvertretend für die Asse, an deren Südwesthang Groß Denkte liegt. Noch ein weiterer naturkundlicher Hinweis auf die Lage an der Asse ist in das Wappen eingearbeitet. Die Krüme des Äbtissinnenstabes wird von einer fünfblättrigen Blüte als Vertreterin der in der Asse anzutreffenden seltenen bzw. geschützten Pflanzen, wie Immenblatt, Adonisröschen, Pfirsichblättrige Glockenblume, Hohe Schlüsselblume und Sonnenröschen, ausgefüllt.

Durch die Farben Rot-Gold bzw. Rot-Gelb, die neben dem Grün der Natur im Wappen vorkommen, wird an die jahrhundertelange landesgeschichtliche Zugehörigkeit Groß Denktes zum Herzogtum Braunschweig erinnert, denn die herzoglich braunschweigischen Stammwappenfarben waren seit dem 12. Jahrhundert Rot-Gold.

Klein Denkte:

In Blau eine goldene (gelbe) Fibel unter einer silbernen (weißen) steinernen Brücke.

Bedeutung:
Der Ort ist wesentlich älter als die erste Erwähnung der „Mark Denkte“ im 9. Jahrhundert. Zwar bezeugt keine Gründungsurkunde das Alter des Dorfes, wohl aber ein historisches Sachzeugnis von überörtlicher Bedeutung, eine vergoldete Gewandfibel aus merowingischer Zeit (6./7.Jahrhundert), die vor einigen Jahren auf einem Grundstück in Klein Denkte ausgegraben wurde und sich jetzt im Landesmuseum befindet. Eine solche Fibel war nicht nur ein Accessoire der germanischen Kleidung, das dem gerafften Gewand Halt gab, sondern auch ein Kunstwerk aus edlem Material, wie die noch gut erhaltene Originalfibel mit ihrer eleganten Formgebung und den eingravierten Verzierungen beweist.

Die Steinbrücke im Wappen steht für ein noch heute gut erhaltenes historisches Bauwerk, die so genannte Donnerburgbrücke über die Altenau. Eine Burg hat es zwar in Klein Denkte nicht gegeben, wohl aber haftete diese Bezeichnung an einem Flurstück mit einem Gasthof. Die Brücke, auf der die Jahreszahlen 1590 und 1702/1708 in Stein gehauen zu lesen sind, muss, wie Ortsheimatpfleger Völker herausfand, lange vor 1708 und sogar vor 1590 erbaut worden sein, weil im Jahr 1620 von ihrer Erneuerung berichtet wird, sie also wohl schon damals ein hohes Alter aufwies.

Durch die im Wappen enthaltenen Farben Blau-Gold bzw. Blau-Gelb, die braunschweigischen Landesfarben, wird der jahrhundertelangen territorialen Zugehörigkeit Klein Denktes zum Herzogtum und Land Braunschweig gedacht.

Neindorf:

In blau ein über einen goldenen (gelben) Hügel, worin ein blaues Bergmannsgezähe, dahinsprengendes goldenes (gelbes) Pferd.

Bedeutung:
Neindorf liegt am Ösel und wird auch urkundlich in mittelalterlichen Nennungen mit diesem Höhenzug verbunden (1281 „Nendhorp apud montem, qui in vulgari dicitur Osel“, „Neindorf beim Berge, der gewöhnlich Ösel genannt wird“, 1314 „Nendorpe apud Osele“, 1422 „Neendorpe vor dem Ösele“), wodurch es geschichtlich gut von anderen Dörfern gleichen Namens unterschieden werden kann. Das Pferd im Wappen hat eine mehrfache Bedeutung. Zum einen ist es symbolisch in Neindorf schon seit Generationen in den Wetterfahnen des Kirchturms präsent. Zum zweiten erinnert es an die jahrhundertelange Zugehörigkeit des Ortes zum Herzogtum und Land Braunschweig. Zum dritten verweist es als Helfer des Menschen in der Landwirtschaft auf diesen bis in die Neuzeit wichtigen Wirtschafts- und Erwerbszweig der Einwohner. Zum vierten repräsentiert es das hiesige Rittergut, das von etwa 1539 bis 1807 Sitz des adligen Gerichts Neindorf war und in juristischer Hinsicht eine Sonderstellung einnahm.

In neuerer Zeit hat das Gut Bedeutung gewonnen als Sitz eines Gestüts und als reitsportliches Ausbildungs- und Trainingszentrum. Das Bermannsgezähe erinnert an den im 19. und 20. Jahrhundert in Neindorf betriebenen Kalibergbau in den Schächten Neindorf und Hedwigsburg, der dem Ort eine wirtschaftliche Blütezeit bescherte und zu einer beträchtlichen Vergrößerung der Einwohnerzahl führte. Mit den blau-gelben Farben, den braunschweigischen Landesfarben, bekennt Neindorf sich zu seiner jahrhundertelangen Zugehörigkeit zum Kerngebiet des Herzogtums und Landes Braunschweig.

Sottmar:

In Blau unter einem goldenen (gelben) Sparren eine goldene (gelbe) Sonne.

Bedeutung:
Das Wappen ist redend. Sottmar ist nicht etwa als „schwarzes Gewässer“ das Gegenstück zu Wittmar, das „weißes Gewässer“ bedeutet. Vielmehr lauten die Namensformen, wie die Forscherin Dr. Kirstin Casemir herausgefunden hat („Die Ortsnamen des Landkreises Wolfenbüttel und der Stadt Salzgitter“, 2003, S. 305) von 965 bis 1273 „Sutherheim“, Sutherum“, „Sottrum“ und ähnlich, und erst 1398 taucht die Namensform „Sottmar“ auf. Das heißt, „Sottmar“ bedeutet „südliches Heim“. Es Handelt sich also um eine geographische Lagebeschreibung, wobei nicht restlos geklärt ist, in Bezug auf welchen nördlich gelegenen Ort Sottmar benannt worden ist; wahrscheinlich ist Denkte der Orientierungspunkt.

Das „Heim“, das ersten Siedler sich hier errichteten, wird im Wappen durch das Das versinnbildlicht, das zugleich die Dorfgemeinschaft symbolisiert, und die Sonne strahlt im Sottmarer Wappen dem Ortsnamen entsprechend im Süden. Dies auch noch aus anderem Grund. Die Sottmarer setzen darauf, dass die Sonnenenergie verstärkt ressourcenschonende Energie liefern kann, insbesondere auch für die Landwirtschaft, die sich hier neben dem Rübenanbau auf den Maisanbau zur umweltfreundlichen Erzeugung von Biogas spezialisiert hat. So symbolisiert die Sonne nicht nur die Vergangenheit, wie sie im Ortsnamen fortlebt, sondern auch die Gegenwart und die Zukunft mit der Hoffnung auf ein Gedeihen des Dorfes. Als Farben wurden die braunschweigischen Landesfarben Blau-Gelb gewählt, da Sottmar seit Jahrhunderten zum Land Braunschweig gehört.

Gemeinde Hedeper

Hedeper:

In Rot ein wachsender goldener (gelber) Burgturm, belegt mit einem schwarzen Fußspitzkreuz

Bedeutung:
Hedeper wird 1123 zum ersten Mal urkundlich genannt, und zwar im Zusammenhang mit dem Bistum Verden als Grund- und Lehnsherrn. Daran erinnert das Verdener Fußspitzkreuz. Es würdigt zugleich die alte Ortskirche, an der schon 1207 ein Pfarrer wirkte, und die 1398 erwähnte Marienkapelle auf dem Burghof.

Darüber hinaus verweist es auf die zahlreichen geistlichen Institutionen, zu denen Hedeper jahrhunderte lang in Beziehung stand, so neben dem Bistum Verden das Bistum Halberstadt, die Klöster Wöltingerode, Riddagshausen, Ringelheim, Diesdorf, Heiningen, und Marienberg, das Domstift Goslar, die Braunschweiger Martinikirche, das Cyriacsstift, das Ägidien- und as Kreuzkloster sowie das Hospital Beatae Mariae Virginis.

Der Burgturm hält das Andenken an die Namen des Burghofes noch heute fortlebende Burgstelle wach, an der ein Bergfried bezeugt ist. Mit ihm wird auch die Mittelpunktfunktion Hedepers gewürdigt; im 15. Jahrhundert wurde hier Gogericht gehalten, im 16. und 17. Jahrhundert zweimal jährlich das Landgericht des Gerichts Asseburg (vgl. H. Kleinau: Geschichtl. Ortsverzeichnis des Landes Braunschweig, 1967, S. 258f.).

Die Schildfarben Rot-Gelb (neben dem historisch vorgegebenen schwarzen Verdener Kreuz) sind die ältesten braunschweigischen Landes(Stammwappen-)farben; Sie drücken die jahrhunderte lange landesgeschichtliche Zugehörigkeit Hedepers zum Herzogtum Braunschweig aus.

Wetzleben:

Rot leuchtet das Steinkreuz im gelben Schild

Bedeutung:
Es zeigt im goldenen beziehungsweise gelben Schild ein rotes genantes Steinkreuz, das die schon 1409 erwähnte Ortskirche vertritt, umgeben von vier roten Lindenblättern, die der uralten Linde vor der Kirche entstammen.

Das Kreuz erinnert zugleich an die historischen Beziehungen Wetzlebens zu geistlichen Institutionen wie den Bistümern Hildesheim und Halberstadt, den Klöstern Ringelheim, Heiningen, Kreuz- und Ägidienkloster zu Braunschweig.

Die Wappenfarben Rot Gelb sind sowohl die hildesheimischen Stiftungsfarben als auch die Stammwappenfarben des Herzogtums Braunschweig, zu dem Wetzleben stets gehörte.

Das Wappen fand mittlerweile auch die uneingeschränkte Billigung der Gutachterbehörde und hat durch Aufnahme in das beim niedersächsischen Staatsarchiv geführte kommunale Wappenregister amtliche Gültigkeit erlangt.

Gemeinde Kissenbrück

Kissenbrück:

In rot über silbernen Wellen eine silberne Brücke, in deren Bogen ein goldenes Mühleisen schwebt. Über die Brücke ein gestürztes Schwert mit goldenem Griff, begleitet von zwei goldenen Ähren.

Bedeutung:
Silberne Wellen und silberne Brücke kennzeichnen insbesondere die Kisse und die im Dorfbereich befindliche Brücke. Beide Symbole erklären die Entstehung des Dorfmamens:

Kissenbrück = das Dorf an den Kissebrücken.

Das goldene Mühleisen in Verbindung wiederum mit Brücke und Wellen verweist auf die im Ortsteil Hedwigsburg befindliche Fährmühle am Okerübergang zwischen Ohrum und Vore Mole.

Das gestürzte Schwert kennzeichnet die einstige landesherrliche Ausstattung unseres Dorfes mit selbständiger Gerichtsbarkeit, deren Ausübung den jeweiligen Inhabern des Rittergutes oblag. Letztmalige geschichtliche Erwähnung: 1769 (s. Münchhausen).

Zwei goldene Ähren sind die Kennzeichen des Bauerntums, der einst alleinigen Wirtschaftsgrundlage des Dorfes an der Brücke zu Kissenbrück.

Die Stiftung des gegenwärtig gültigen Wappens und Siegels bzw. die Erneuerung entstand auf Behördenerlaß durch gesetzgeberischen Akt des Gemeinderates Anfang der 50er Jahre.

Gemeinde Remlingen

Remlingen:

Im Blau eine goldene Spitze mit blauem Schlegel und blauem Eisen, schräg gekreuzt, oben links ein goldenes Zahnrad, oben rechts eine goldene Pflugschar.

Bedeutung:
Schlägel und Eisen repräsentieren das Asse-Bergwerk, das Zahnrad die Maschinenfabrik Remlingen und die Pflugschar die Landwirtschaft. Die Farben Blau-Gelb, zugleich die braunschweigischen Landesfarben, wurden vom Sportverein und in der Fahne des Männergesangsvereins schon vor der Annahme des Wappens genutzt. Es wurde am 26. März 1973 vom Gemeinderat beschlossen, und der braunschweigische Verwaltungspräsident genehmigte es am 16. Juli desselben Jahres. Entwurf: Wilhelm Krieg nach Anregungen von Bürgermeister Heidrich. Auch die Remlinger Ortsteile Groß und Klein Biewende, bis zur Gebietsreform von 1974 selbständige Gemeinden, führen Wappen.

Groß Biewende:

In Gold (Gelb) ein mit grünen Lindenblättern besteckter grüner Schild, worin ein goldener (gelber) Frauenarm mit Beutelärmel.

Bedeutung:
Groß Biewende war im Hochmittelalter Sitz der reichsunmittelbaren Herrschaft der Edelherren von Biewende, die von 1118 bis 1311 bekannt sind. Ausweislich ihrer Schildsiegel führten sie drei Frauenarme mit Beutelärmel als Wappen. Nach dem Grundsatz „pars pro toto“ (Ein Teil für das Ganze) wurde einer davon in das Ortswappen von
Groß Biewende übernommen.

Der goldene Schildbord versinnbildlicht zum einen die Grenze des kleinen Staatswesens Biewende, zum anderen den Ortsnamen, der mutmaßlich von „biunda“, einer Bezeichnung für „eingefriedetes Gelände“, abzuleiten ist.

Die Lindenblätter haben sowohl eine historische als eine natürliche Wurzel. Die mit den Edelherren nicht verwandten Ritter Spiring von Biewende waren ebenfalls in Groß Biewende begütert und führten eine jungen Lindenbaum in ihren Wappensiegeln. Davon abgesehen habe sich Linden als Naturdenkmale vor der Ortskirche bis in die Gegenwart erhalten und drücken zugleich die Hoffnung auf ein Gedeihen des Ortes auch in der Zukunft aus.

Da die Farben der beiden historischen Wappen nicht überliefert sind, wurden Grün und Gold als Farben der Landwirtschaft gewählt, da Getreide- und Rübenanbau jahrhunderte lang den wichtigsten Wirtschafts- und Erwerbszweig der Einwohner bildeten und auch heut noch eine Rolle spielen.

Klein Biewende:

In Gold (Gelb) ein aufrechtes blaues Schwert, beseitet von zwei fünfblättrigen blauen Blüten mit goldenen (gelben) Butzen.

Bedeutung:
Klein Biewende besaß ehedem während eines halben Jahrtausends eine überörtliche Mittelpunktfunktion. Vom 13. bis zum 18. Jahrhundert war es Sitz einer Gografschaft, die durch das aufrechte Schwert versinnbildlicht wird. Zu dieser Gografschaft gehörten außer Klein und Groß Biewende die Dörfer Börßum, Hedeper, Kalme, Seinstedt, Timmern, Wetzleben sowie Groß und Klein Winnigstedt, zeitweilig auch Bornum.

Im 13. und 14. Jahrhundert wird ein aus Klein Biewende stammendes freies Bauerngeschlecht erwähnt, das in den Ritterstand aufstieg, sich von Biewende benannte (nicht zu verwechsen mit den Edelherren von Biewende) und im Wappen, wie durch ein bruchstückhaft erhaltenes Siegel nachgewiesen, mindestens eine fünfblättrige Blüte führte, wahrscheinlich drei (vgl. C. v. Schmidt-Phiseldeck, Geschichte der Edlen von Biewende und ihrer Herrschaft im dreizehnten Jahrhundert, Wernigerode 1875, Tafel II, Abb. 1. Schmidt-Phiseldeck nennt die Blume eine Rose, doch trifft wegen der schmalen Blütenblätter nicht zu). Zwei solche Blüten wurden in das Wappen von Klein Biewende aufgenommen.

Als Farben des Ortswappens wurden Blau-Gelb, die braunschweigischen Ladesfarben, gewählt, um an die jahrhundertlange Zugehörigkeit Klein Biewendes zum Herzogtum und Land Braunschweig zu erinnern.

Gemeinde Roklum

Roklum:

In Silber ist ein Fuhrmann mit schwarzer Hose und blauem Kittel dargestellt; die Jacke und Mütze sind bestickt. In der rechten Hand wird eine lange Peitsche gehalten. Die Peitschenschnur fällt locker herunter und gleitet über den linken Daumen hinweg an der Innenhand vorbei.

Bedeutung:
Vor 825 Jahren Rokele- heute Roklum.

Aus dem Jahre 1677 ist mir bekannt, dass die Rokelschen Einwohner jährlich etliche Fuhren, wozu begehret werden, thun müssen, .... In den Jahren davor brachten die Roklumer 400 Fuder Steine vom Oesel Berge auf diesen Damm.

Im Jahre 1722 wurde in diesem Bereich eine Postkutschenlinie eröffnet; das preußische Dorf Roklum wurde Haltepunkt der Braunschweigisch- Herzoglichen Postexpedition. Im Jahre 1802 wurde dann auch der alte Gasthof in der Ortsmitte erbaut. Noch heute ist die große (vom derzeitigen Besitzer Mühlenkamp lobenswerter Weise erneuerte) Toreinfahrt deutlich sichtbar. Die Fuhrleute freuten sich, wenn sie in Roklum mit Pferd und Wagen Rast machen und ausspannen konnten.

Text: Bernd-Uwe Meyer

Gemeinde Semmenstedt

Semmenstedt:

Blau-gold (blau-gelb) gespalten mit einem durchgehenden Kreuz in gewechselten Farben.

Bedeutung:
Das Kreuz hat eine doppelte Bedeutung. Zum einen symbolisiert es den für Semmenstedt vorteilhaften Umstand, dass es vom 11. bis zum 18. Jahrhundert unter geistlichem Schutz stand, nämlich unter der Hoheit des Domstifts Goslar. Diesem hatte Kaiser Heinrich III. zwischen 1049 und 1057 33 Höfe mit 50 Hufen Land übereignet, also praktisch das ganze Dorf, dem die relativ milde geistliche Grundherrschaft gut bekam. Darüber hinaus deutet das Kreuz den Umstand an, dass Semmenstedt später auch Sitz einer Superintendentur war, zu der außer Semmenstedt noch Achim, Börßum, Hedeper, Seinstedt, Groß und Klein Winnigstedt gehörten.

Überdies schlägt das Kreuz aber auch eine Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart und sogar in die Zukunft, denn es versinnbildlicht die historische und noch heute bestehende Straßenkreuzung, die für Semmenstedt von schicksalhafter Bedeutung gewesen ist. Hier kreuzten sich die alte Salzstraße von Goslar nach Schöningen, heute B 82, und die Heerstraße von Braunschweig nach Leipzig, die vor allem seit der Wiedervereinigung wieder vielbefahrene Bundesstraße 79. In Kriegszügen hatte Semmenstedt unter den durchziehenden Heeren zu leiden, im Frieden profitierte es vom Handel und Wandel auf den Straßen.

Die braunschweigischen Landesfarben Blau-Gelb verweisen auf die jahrhunderte lange territoriale Zugehörigkeit des Dorfes zum Herzogtum und Land Braunschweig. Dass der Schild aus zwei Hälften in diesen Farben zusammengesetzt ist, deutet an, dass die Gemeinde Semmenstedt seit der Gebietsreform aus zwei Orten besteht, aus dem eigentlichen Semmenstedt und aus Timmern.

Timmern:

In Blau ein in der Mitte offenes Kreuz aus goldenen Rundhölzern.

Bedeutung:
Die Deutung des Namens Timmern erschließt sich aus der ersten Nennung des Dorfes im Werdener Urbar (dem Güterregister der Abtei Werden, die im heutigen Ruhrgebiet bei Essen ihren Hauptsitz und in Helmstedt einen Zweitsitz hatte) im 10. oder 11. Jahrhundert. Hier ist Timmern als „Timbron“ beschrieben, später in wechselnden Schreibweisen, so 1188 „Timbere“.

In der englischen Sprache gibt es noch heute das Wort „timber“, das „Bauholz“ bedeutet, und so lässt sich der Ortsname als „Gebäude aus Bauholz“ entschlüsseln, weil die ersten Siedler offensichtlich diesen Rohstoff reichlich und in guter Qualität vorfanden und daraus ihre Gehöfte errichteten. Diese Deutung wird auch von der neuesten sprachwissenschaftlichen Untersuchung bekräftigt (Kirstin Casemir: Die Ortsnamen des Landkreises Wolfenbüttel und der Stadt Salzgitter, 2003, S. 322).

Hinsichtlich seiner Geschichte nahm Timmern eine Sonderstellung ein. Anders als die meisten anderen Dörfer unserer Region hatte Timmern jahrhundertelang geistliche Ortsherren, was dem Ort zum Segen gereichte, weil die Einwohner weniger als die Untertanen weltlicher Herren mit Abgaben und Frondiensten belastet wurden. Außer der Reichsabtei Werden waren dies das Cyriaksstift, das Kloster Riechenberg, das Stift Steterburg, das Kloster Riddagshausen, das Bistum Halberstadt, das Kloster Drübeck, das Blasisusstift, das Domstift Goslar, der Kaland zu Kissenbrück und das Kloster Stötterlingenburg. Zum Gedenken an alle diese geistlichen und karitativen Institutionen steht im Wappen auf blauem Schildgrund ein goldenes Kreuz.

Das Besondere und in Kommunalwappen bisher Einmalige ist, dass das Timmerner Wappenkreuz aus Bauhölzern gebildet ist, in deren Mittelpunkt gleichsam der Dorfplatz liegt.

Das Timmern während seiner gesamten urkundlich belegten Geschichte immer zum Herzogtum und Land Braunschweig gehört hat, das machen die braunschweigischen Landesfarben Blau-Gelb, in denen das Wappen gehalten ist, deutlich.

Gemeinde Wittmar

Wittmar:

In Grün ein von zwei silbernen (weißen) Buchenblättern beseiteter, silberner (weißer ) Burgturm, belegt mit grünen gekreuzten Berghämmern.

Begründung
Wittmar liegt am Naherholungsgebiet Asse, am Fuße der einstigen Asseburg. Die Asse mit ihrem Waldbestand wird durch die Buchenblätter repräsentiert. Der Turm verweist sowohl auf die Asseburg, die seit dem 13. Jahrhundert lang Einfluss auf das dörfliche Gemeinwesen ausübte, als auch auf die als Wahrzeichen weithin sichtbare Bismarcksäule. Die Berghämmer erinnern an den Schacht Asse I und an den hier ehedem betriebenen Kalibergbau und an die Steinsalzaufbereitung.

Die grüne Schildfarbe symbolisiert sowohl die noch weitgehend intakte Natur der Asse als auch die Landwirtschaft als den jahrhundert lang wichtigsten Wirtschaftsfaktor. Das Weiß gibt den Ortsnamen „redend“ wieder, denn Wittmar bedeutet „Gelände am weißen Gewässer“, und spielt darüber hinaus als Farbe des Salzes auf den Kali- und Salzbergbau als wichtigsten Erwerbszweig vieler Einwohner an.